Die perfekte Erdbeere ...

Der Monat Juni als eigentliche Erdbeerzeit in Deutschland, wie sie dem Verbraucher noch geläufig ist, gehört mittlerweile der Vergangenheit an. Bei Böckmann Erdbeeren können die süßen Früchte dank aufwändigen und arbeitsintensiven Anbaumethoden mittlerweile von Mai bis Ende August geerntet werden.

Mit Ausgang des Winters ist die Lust des Verbrauchers nach frischen Früchten am größten. Damit sich die Pflanzen früh entwickeln, überbauen wir die bereits im August des Vorjahres gepflanzten Erdbeeren im Winter mit einer transparenten Folie, die von einem Metallgestell gehalten wird. Sehr viele Arbeitsstunden und technisches Material sind hierfür nötig, damit sich die Pflanzen bereits in den ersten Märztagen unter Einfluss der Frühjahrssonne entwickeln können. Ein weiterer großer Vorteil dieser geschlossenen “Folientunnel” ist der Schutz der Pflanzen vor Starkregenschauern und Infektionskrankheiten sowie Schädlingsbefall von außerhalb, wodurch sich notwendige Pflanzenschutzmaßnahmen auf ein Minimum reduzieren lassen.

Früchte dieser Ernte gehören aus diesem Grunde zum oberen Preissegment, bestechen jedoch durch hervorragende Qualität und Geschmack.

Anbau früher Sorten

Bei Böckmann Erdbeeren werden die Sorten Honeoye und Elsanta mit Vlies und/oder Lochfolie im zeitigen März überdeckt. Auch hierbei entwickeln sich die Pflanzen deutlich früher und die Ernte kann bereits Mitte bis Ende Mai beginnen. Das bedeutet für uns einen hohen Arbeitsaufwand für das Verlegen und wieder Aufnehmen der Abdeckungen.

Bedingt durch den hohen Aufwand liegt auch hier das Preisniveau höher als in der Haupterntezeit im Juni.

Die Wartebeetkultur

Ein Teil der jungen Erdbeerpflanzen in den Vermehrungsfeldern wird Ende Juli / Anfang August in spezielle (Wartebeet-) Felder umgepflanzt. Unter optimalen Wachstumsbedingungen mit viel Handarbeit bilden sich besonders starke Jungpflanzen mit bereits sehr guten Blütenanlagen, die sich so unter Einfluss der Mutterpflanze nicht entwickeln würden. In Zeiten der Winterruhe (Dez./Jan.) werden sie aus der Erde “gerodet”, sortiert und bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt in Kühlräumen eingefroren. Im April bis Juli aufgetaut und gepflanzt, beginnt für die Erdbeerpflanze der Frühling und damit die Vegetation. Je nach Witterung können die ersten Früchte ca. 8 Wochen später wie auf Termin geerntet werden. Daher wird dieses Anbauverfahren als „Terminkultur“ bezeichnet. Nur starke Pflanzen bringen genügend Früchte in dieser kurzen Zeit zur Reife und entschädigen für den hohen Aufwand. Schwache Pflanzen, beim Roden im Dezember bereits aussortiert, werden auf andere Felder gepflanzt und als Normalkultur im Folgejahr beerntet.

Die Wartebeetkultur produziert die qualitativ und geschmacklich hochwertigsten Erdbeeren, die besonders zu Erntebeginn erstaunliche Größen erreichen können. Preislich sind sie mit der frühen Ernte unter Vlies / Folie gleichzusetzen.

Die Normalkultur

Gepflanzt im Mai/Juni als gefrorene Pflanze (“frigo”), kommen diese Erdbeeren im Juni des Folgejahres in der Hauptsaison in die Ernte. Durch niedrigen materiellen und arbeitstechnischen Aufwand reduzieren sich die Produktionskosten. Zusammen mit eventuellen Überangeboten ergeben sich so die niedrigsten Preise in der Saison.

Trecker beim Einstreuen des Strohs zwischen die Reihen
Trecker beim Einstreuen des Strohs zwischen die Reihen